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Depression
Viele glauben, dass Depression Traurigkeit
sei. Traurigkeit ist eines von mehreren Symptomen, die
in der Depression auftreten können, wie auch Erschöpfung,
Antriebslosigkeit, Lebensmüdigkeit, Sinnlosigkeit,
körperliche Beschwerden wie Appetitlosigkeit, Schlaflosigkeit
oder fehlendes sexuelles Interesse. Häufig machen
depressive Menschen die Erfahrung, dass sie aufgemuntert
werden oder angetrieben. Das hilft ihnen aber nicht, denn
Depression ist nicht einfach Traurigkeit oder Müdigkeit.
Depression ist im Grunde das Fehlen von Energie.
Energie
wird wahrgenommen als Lebensfreude, Tatkraft, Lust auf
etwas oder Spontaneität. Wer das hat, ist gerne aktiv,
ist freundlich zu Anderen und zu sich selbst, schläft
gut und isst gerne. Wer das nicht hat, vernachlässigt
sich und seine Familie, ist träge und lustlos, wodurch
aber der Energiehaushalt noch mehr absackt. Depressive
Menschen hängen deshalb in einem negativen Rückkopplungskreislauf
fest.
So
einfach sich das jetzt anhört, so kompliziert ist
es aber im Einzelfall. Denn wenn auch das Prinzip immer
dasselbe ist, so sind doch die Ursachen so individuell
verschieden, wie die Menschen verschieden sind. Das therapeutische
Basisprogramm ist die Aktivierung in den kleinen Schritten,
wie sie dem Einzelnen möglich sind. Parallel dazu
gehört aber die individuelle Würdigung des einzelnen
Schicksals, damit ein depressiver Mensch sich selbst wieder
als Mensch und sein Leben als lebenswert annehmen kann.
In diesem Prozess des Akzeptierens entsteht die Motivation,
wieder am Leben teilnehmen zu wollen. Daraus bezieht er
dann die Kraft, die er braucht, um die Selbstüberwindung
und Disziplin aufzubringen, seinen Alltag zu verändern.
Dann kann sich die Spirale wieder langsam aufwärts
drehen, indem der Mensch sein Leben allmählich wieder
freudvoller und qualitativ wertvoll gestaltet.
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