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Trauer

"Warum?"

Das ist die Frage, die sich alle Trauernden stellen. Immer wieder. Immer wieder neu. Wenn wir etwas verlieren, was wir geliebt haben, dann ist die natürliche Reaktion Trauer. Vielleicht handelt es sich um eine Person, die wir verloren haben, aber auch der Verlust der körperlichen Unversehrtheit, der Verlust von Heimat oder Beruf, der Verlust von Freiheit oder von Wunschträumen müssen in der Regel betrauert werden. Die Trauer hilft uns, das was wir vermissen, zu verabschieden. Es ist ein Loslösungsprozess, der seine eigenen Stadien mit allen dazugehörigen Gefühlen, sein eigenes Tempo und sein Ziel hat. Wenn Sie sich gegen eine dieser natürlichen Eigenschaften des Prozesses wehren, bewusst oder unbewusst, dann kann eine Stagnation eintreten und es kommt zur pathologischen Trauer, die zuletzt den Verlust der psychischen Gesundheit zur Folge hat. Also keine Angst vor der Trauer. Aber Vorsicht vor dem Festhalten. Wollen Sie es schneller haben oder ohne Gefühle oder nicht weiter gehen zum nächsten Schritt? Entspannen Sie sich und vertrauen Sie Ihren inneren Heilungskräften.

Es gibt keine Antwort.

Viele quälen sich lange Zeit mit diesem 'Warum'. Aber diese Frage bringt keine Erkenntnis und keine Antwort. Der Trauerprozess braucht etwas anderes. Manchmal geht es eben nicht so einfach, sich mit etwas abzufinden. Manchmal hängt noch mehr daran, als man denkt. Manchmal ist man einfach überfordert und die Freunde möglicherweise auch. Manchmal brauchen Sie Hilfe, manchmal psychologische Hilfe, manchmal gar keine, sondern das Alleinsein. Die einen machen alles mit sich selbst ab, das ist nicht schlimm, solange der Prozess vorangeht. Die anderen lassen sich von Freunden trösten, ablenken oder unterstützen. Und wieder andere merken, dass jemand nötig ist, der mehr versteht von solchen Dingen.

Es ist keine Schande, sich Hilfe zu holen, wenn nötig.

Es gibt zum Beispiel die Möglichkeit, mit der inneren Symbolik zu arbeiten und in der inneren Welt den nächsten Schritt zu finden. Eine weitere Technik im Falle des Verlustes von geliebten Menschen (durch Tod oder Trennung) besteht darin, noch einmal im Geist Kontakt aufzunehmen und das zu klären, was noch zu klären ist, etwas in Ordnung zu bringen, sich zu versöhnen, zu hadern und zu verhandeln. Dann gelingt der Abschied oft erst wirklich. Wir Menschen sind ja soziale Wesen, die in einem Netz von Beziehungen leben und überleben. Dieses Netz muss dort geflickt werden, wo die Lücke entstanden ist. Der Energiehaushalt muss wieder neu ausbalanciert werden. Ein Familiensystem braucht eine neue Ordnung. Die Verlassenen brauchen einen Platz für ihre Gefühle. Therapie ist dazu da, Ihnen Orientierung und Möglichkeiten anzubieten.