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Praxis für Psychotherapie und Paarberatung

Dipl. Psych. Lydia Decker
 
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Verhaltenstherapie


Die Verhaltenstherapie hat sich in den 80iger Jahren aus der Forschung zu Lernen und Verhalten entwickelt. Zu dieser Zeit suchten viele Wissenschaftler und Therapeuten nach neuen Wegen in der Psychotherapie als Alternative zur Psychoanalyse. Der Begriff "Verhaltenstherapie" ist etwas missverständlich, viele meinen, nur äußeres Verhalten sei Gegenstand der Behandlung oder reine Symptomkur. Dem ist nicht so. In der modernen Verhaltenstherapie haben Gedanken und Gefühle eine ebenso große Bedeutung, Das menschliche Erleben und Verhalten wird als komplexes Zusammenspiel vieler Bedingungen gesehen.

Die verhaltenstherapeutische Arbeit sieht im Zentrum der Behandlung die Schwierigkeiten eines Menschen im Alltag und ob die vorhandenen Strategien und Kenntnisse den Bedürfnissen einer Person und ihres sozialen Umfeldes noch gerecht werden. Die Ursachen und Lösungen dieser Probleme werden vorrangig in der Gegenwart gesucht, weniger in der Vergangenheit. Trotzdem spielt die Vergangenheit eine Rolle, denn sie spiegelt die individuelle Lerngeschichte wider, in der jemand seine persönlichen Überlebensstrategien und Reaktionsweisen entwickelt hat. Es werden also ausgehend von den aktuellen Situationen auch die früheren Erlebnisse miteinbezogen, die zur Entstehung dieser Probleme beigetragen haben.

Verhaltenstherapie braucht aus den genannten Gründen eigentlich keine Krankheitsdiagnosen, sondern betrachtet individuell, woran ein Mensch leidet. Idealerweise würde jemand Verhaltenstherapie in Anspruch nehmen, bevor sich eine psychische oder körperliche Krankheit eingestellt hat. Nämlich dann, wenn spürbar wird, dass man irgendwo allein nicht mehr weiter kommt oder für ein Problem keine Lösung findet. Trotzdem hat die Verhaltenstherapie wissenschaftlich nachgewiesene gute Erfolge bei psychischen Erkrankungen.

Selbstverständlich gibt es keine Psychotherapie-Methode ohne die Therapeutin, die sie anwendet. Jede Therapeutin, jeder Therapeut erarbeitet sich mit der Zeit eine persönliche Auswahl von Methoden und Anwendungen. Die Persönlichkeit spielt auch eine Rolle. Und da Vertrauen die Basis jeder Psychotherapie ist, sollten Sie sich mit Ihrer Psychotherapeutin, Ihrem Psychotherapeuten auch wohlfühlen. Ich ermutige meine Patienten immer, mich zu fragen, wenn sie etwas nicht verstehen oder es anzusprechen, wenn sie Zweifel haben.